Schluss mit Revolution! Unsere Vorstellungen für das kommende Jahr

Auch dieses Jahr wird, vom 13. bis zum 15. Januar 2015, das Studierendenparlament (StuPa) gewählt. Dieses Jahr stehen darüber hinaus auch die Fachbereichsräte und der Akademische Senat (AS) zur Wahl.

Wir haben uns überlegt, was wir für eine vernünftige Hochschulpolitik im kommenden Jahr wichtig halten. Hier einige Punkte:

Statt „Schattenparlament“: Für transparente studentische Gremien
Organe der verfassten Studierendenschaft sind ursprünglich dazu konzipiert worden, die Interessen aller Studenten zu artikulieren und gegenüber Dritten oder den anderen Entscheidungsträgern an der Uni zu vertreten. Beschlüsse, die den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) zu einem Tätigwerden auffordern, kann das von uns allen gewählte StuPa fassen.
Doch wie kann man von Repräsentation durch das StuPa sprechen, wenn dieses bei einer Wahlbeteiligung von knapp 8% gewählt wurde? Worin liegen die Gründe für diese „Hochschulpolitikverdrossenheit“?
Wie auch in der Politik außerhalb der Universitäten liegt die allgemeine Politikverdrossenheit an der FU nicht zuletzt daran, dass die Wählerinnen und Wähler keinen Bezug zu ihren Repräsentanten haben. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es, die Namen und einige weitere Angaben zu unseren StuPa-Politikern öffentlich zu machen. Einen Antrag, der dies bezweckt hat, haben wir als RCDS bereits in der letzten Wahlperiode, Sitzung Nr. 2 gestellt. Er wurde noch vor der inhaltlichen Beratung gestrichen.
Für uns ist dies ein Grund mehr, uns weiter für Transparenz einzusetzen. Denn wir sind uns sicher: Mit mehr Transparenz ließe sich das StuPa zu dem machen, was es eigentlich sein sollte: Eine Vertretung aller Studenten statt eine Runde, in der Linksextreme die Internationale anstimmen und sich mit sinnlosen Debatten überbieten.

Statt immer nur Kaffee: Für ein studentisch betriebenes Pub in Uni-Nähe
Zunächst einmal: Wir freuen uns, wenn das Kaffeeangebot an der Uni weiter und weiter ausgebaut wird. Daher haben wir in der letzten Legislaturperiode auch mehr Kaffeeautomaten gefordert und den entsprechenden Antrag im StuPa auch durchbringen können.
Doch die Erfahrung zeigt, dass Kaffee allein nicht alles ist: Nach einem langen Tag in Vorlesungen, Seminaren und anschließend in der Bibliothek ist man auch einem oder zwei Bierchen oder auch anderen Getränken nicht abgeneigt.
In Großbritannien ist es beispielsweise völlig normal, nach der Uni auch mal in die nahe gelegene student union zu gehen und dort mit Kommilitonen den Abend ausklingen zu lassen. Für das Studentenleben an der FU könnte ein solcher Ort von immenser Bedeutung sein, zumal unsere Uni bekanntlich nicht gerade von Pubs und Bars umzingelt ist. Wir sind von dieser Idee überzeugt und wollen langfristig auch an der FU etwas Vergleichbares aufbauen. Dies wird natürlich keine einfache Aufgabe, weswegen wir jeden interessierten FU-Studenten dazu aufrufen, bei unserem Projekt mitzumachen!

Statt „kein Sitzplatz“: Flächendeckende Einführung von Bib-Ampeln sowie längere Bib-Öffnungszeiten
Es ist schon ärgerlich, wenn man sich einmal vorgenommen hat, mal wieder etwas für die Uni zu machen und sich dann am Platzmangel in der Fachbereichsbibliothek scheitern sieht. Wir können euch nicht versprechen, den Platzmangel zu beseitigen, denn dafür bräuchten wir teure Baumaterialien und noch teurere Baugenehmigungen. Was sich aber, wie die Uni Mannheim beweist, einrichten lässt, ist eine Auskunft darüber, ob noch Plätze frei sind oder nicht (im Jargon: Bib-Ampel). Diese schafft Planungsmöglichkeiten und im Umkehrschluss weniger Frust.
Übrigens, vielleicht ist es doch möglich, dem Platzmangel wenigstens ein Stück weit entgegenzutreten: Längere Öffnungszeiten der größeren Bibliotheken würden hier denjenigen (und nicht wenigen) unter uns allen, die bekennend nachtaktiv sind, eine Gelegenheit bieten, sich mit Fachliteratur entsprechend auszutoben und die Bibliotheken in den Stoßzeiten etwas entlasten.

Statt Gender-Ideologie und endlosen Debatten: Dafür, dass Hochschulpolitik wieder relevant wird
Damit kommen wir auf die erste Forderung nach Transparenz und mehr Einbindung der Studenten in hochschulpolitische Entscheidungen zurück.
Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen zum StuPa im letzten Jahr lag bei knapp 8%. Dies verwundert aber kaum. Nicht nur, dass die StuPa-Mitglieder sich beharrlich weigern, ihre Namen veröffentlicht zu sehen: Die Entscheidungen, die diese „Repräsentanten“ in der letzten Legislaturperiode getroffen haben, sind für die Wählerinnen und Wähler ohnehin nicht einsehbar. Dafür trifft man gleich auf der Startseite mehrmals die Abkürzung “F“U an. (Stand: Januar 2015) Für alle uninformierten Spießer: Mit den Anführungszeichen machen Ideologen im AStA darauf aufmerksam, dass die FU ihrer Ansicht nach nicht „frei“ ist.
Kurzum: Die Anführungszeichen sind dem AStA und damit auch den AStA-tragenden Listen im StuPa wichtiger als für alle Studenten die Möglichkeit zu schaffen, sich ein Bild von seinen Repräsentanten zu machen und Entscheidungen im Namen der gesamten Studierendenschaft nachzuvollziehen.
Wir wollen mit diesen Zeilen auf diesen Missstand aufmerksam machen und damit erreichen, dass Hochschulpolitik wieder für diejenigen, für die sie eigentlich gemacht werden sollte, relevant wird: Für die Studenten – nicht zur Selbstbespaßung.